Python, Krake und Co. – der, die oder doch lieber das?

Vielleicht hast du gerade auf Netflix die Doku „Mein Lehrer, der Krake“ gesehen und wunderst dich jetzt über den männlichen Artikel. Es heißt doch schließlich die Krake, das weiß doch jeder. Oder doch nicht?

Die Krake hört sich auch in meinen Ohren richtig an, wohingegen mir der Artikel der vor der Krake absolut falsch vorkommt. Dennoch: Das Wort Krake ist männlich. Python auch, genau wie so manche Fremdwörter, die wir gar nicht mehr als Fremdwörter wahrnehmen. Glaubst du nicht? Dann lies hier, was der Duden dazu sagt.

Fangen wir mal mit dem Python an, denn die Erklärung dazu macht mir mehr Spaß.

Der Python: klingt falsch, ist aber richtig

Das Wort Python ist männlich. Es kommt aus dem Griechischen und bezeichnet in der Mythologie ein Ungeheuer wie etwa einen Drachen oder eine Schlange. Und hier kommen wir auch schon zum Grund für die Verwirrung mit dem Artikel:

Der Python ist eine Schlange – und die wiederum hat einen weiblichen Artikel. Da wir also Schlangen weiblich denken, liegt es nahe, dass wir Python ebenfalls weiblich machen wollen. Schließlich heißt es ja auch die Boa und die Anakonda. Der Duden empfiehlt im Fall von Python trotzdem den männlichen Artikel.

Der Krake: absolut korrekt (auch als Tier)

Und nun zum Krakentier. Das Wort Krake stammt aus dem Norwegischen und ist männlich. Im Deutschen denken wir Krake jedoch in der Regel weiblich, da vergleichbare Wörter ebenfalls meist weiblich sind. Da wären zum Beispiel die Katze, die Mücke, die Ratte und die Schwalbe. Sie alle haben ein unbetontes -e am Ende und sind weiblich.

Natürlich gibt es Ausnahmen, wenn auch nicht viele, denn etwa der Löwe ist männlich. Die deutsche Sprache ist und bleibt einfach unlogisch.

Als Tierfan möchte ich hier noch einmal die oben erwähnte Netflix-Doku aufgreifen. Kraken sind absolut bemerkenswerte Tiere und in mancher Hinsicht sogar intelligenter als Säugetiere. Mich hat der Film über die Freundschaft zwischen einem Taucher und einem Oktopus-Weibchen sehr bewegt.

Was ist mit Wörtern aus dem Englischen?

Meistens handelt es sich bei solchen problematischen Fällen übrigens um Fremdwörter. Tückisch ist, dass wir manche Fremdwörter gar nicht mehr als solche erkennen, weil wir sie schon so sehr übernommen haben. Wie schon erwähnt, sind Python und Krake dafür die besten Beispiele. Aber auch das zurzeit allgegenwärtige Wörtchen Coronavirus gehört dazu.

Im Englischen sind alle Dinge sächlich, da es nur einen Artikel gibt. Wenn wir diese Bezeichnungen dann ins Deutsche übertragen, müssen wir ihnen einen unserer drei Artikel zuweisen. Meistens nehmen wir den, der der deutschen Übersetzung nahekommt. Der Shop entspricht zum Beispiel dem (der) Laden, das Internet dem (das) Netz. Aber auch hier gilt: Es gibt Ausnahmen.

Weitere Gründe für Ausnahmen 

Diese Ausnahmen werden vor allem deutlich, wenn man sich die Regionen anschaut, denn in allen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz wird anders gesprochen. Ich komme zum Beispiel aus dem Schwabenland und höre hier oft vom Schneck und sogar vom Erdbeer.

Den deutlichsten Unterschied gibt es sicher bei Wörtern, die zugleich Markennamen sind. Du ahnst es schon: Die Diskussion um die Nutella oder das Nutella kann nun wirklich keiner mehr hören.

Ich persönlich habe festgestellt, dass ich manchmal sogar danach unterscheide, von was genau ich gerade spreche. Der Curry ist bei mir das Gewürz – das Curry bezeichnet jedoch eins meiner Lieblingsgerichte.

Fallen dir noch weitere Beispiele ein?

Annette Nenner

Annette Nenner

Mein Herz schlägt für das geschriebene Wort, das Unterwegssein und Tiere jeder Art. Mit meiner Arbeit möchte ich die Welt verbessern und das Internet um richtig gute Texte bereichern.

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